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Liebe Besucher unserer Homepage,

 

wer die Spuren der ersten christlichen Gemeinden im neuen Testament aufnimmt, der erfährt sehr schnell, dass die erste Phase der Kirchenbildung keine friedliche war. Es ist eine falsche, heutige Wahrnehmung, dass Kirche einheitlich sein muss, dass Glaube Harmonie bedeutet.

 

So erzählt auch der Text des heutigen Sonntagsevangeliums von einer Gemeinde, die sich im Blick auf Jesus regelrecht im Feuer befindet. Entscheidungen bis in die Familie hinein, Streit und Auseinandersetzung haben wohl die ersten Gemeinden geprägt. Auch die Apostel stritten. Die Sache Jesu und die damit verbundene Nachfolge fordert heraus; ist eben strittig. 

 

Wie eine Gemeinde sich bildet, wie Kirche in der Zeit lebt, das muss immer wieder neu erstritten werden. Und so lädt uns das Evangelium dazu ein, streitbarer zu werden. Und es ist nicht unchristlich und in guter 

biblischer Tradition, wenn wir in diesem Streit auch unsere Kirchenleitungen anfragen und kritisieren, wenn wir um unseren Auftrag in dieser Zeit streiten und uns für eine glaubwürdige Kirche auch in Köln einsetzen. 

 

Im Evangelium sagt Jesus selbst, er sei nicht gekommen, um einen faulen Frieden zu bringen. Und um der Sache Jesu Willen sollten wir streiten. Das ist sozusagen biblische Tradition. Und mit denen, die meinen, es bräuchte keine Erneuerung, oder die Gutachten und juristische Winkelzüge statt Verantwortung einsetzten, die sich hinter scheinbar rechtgläubigem Verhalten verschanzen, mit denen sollten wir beginnen. Und wie sagen sogar die vermeintlich Frommen: Der Geist führt die Kirche. Und dieser Geist ist Feuer und macht, dass es brennt. Hoffentlich!

 

Ihr Pfarrer Fey




 

Liebe Besucher*innen unserer Homepage,

 

wir haben unterhalb mehrere Verweise zu aktuellen Diskussionssituationen in unserer Kirche platziert. Seelsorger:innen, Mitarbeiter:innen und unseren Gremien ist es wichtig, dass wir eine Gesprächskultur entwickeln, die uns in geschwisterlicher Offenheit im Sinne des Glaubens Wege zeigen kann, wie wir heute Christ sein können. Als Pfarrer ist mir dabei das Heute wichtig. So verführerisch der Blick in die Zukunft ist und uns Skandale sowie Versagen in die Vergangenheit und ihre Aufarbeitung lenken, muss es uns um die konkrete Glaubens- und Lebenssituation heute gehen.

 

In den Evangelien löst das Wort „heute“ im Mund des Jesus von Nazareth Widerspruch, Lärm und Wut aus. Jesus geht es um sein konkretes Gegenüber und um Verletzungen, Unheil und Fragen der Menschen, die ihm konkret gegenüberstehen. Der Blick auf das „Heute“ ist damit der Blick auf das, was jetzt notwendig ist.

„Es war einmal“ so beginnen Märchen. „Es wird kommen“ ist unsichere Zukunftsprophetie. Im Gebetbuch des Alten Testamentes findet sich die Aufforderung: „Heute, wenn ihr seine Stimme (Gottesstimme) hört – verhärtet euer Herz nicht.“ (Psalm 95). 

 

Um die Offenheit für das Heute sollte es uns gehen und dazu laden wir ein. In den nächsten Wochen werden wir diese Einladung konkretisieren. Bis dahin sollten wir auf Psalm 95 hören, der treffend über zweieinhalbtausend Jahre hinweg dazu auffordert: „Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! Verhärtet euer Herz nicht.“

 

Ihr Pfarrer Fey