Liebe Gemeindemitglieder,

unser Gottesdienst am vergangenen Sonntag hat ein breites, positives Echo ausgelöst. 

Natürlich gibt es auch Kritik und manche Anfrage. Für mich persönlich kommt ein großes Erschrecken dazu. Durch die vielen Äußerungen ist mir deutlich geworden, wie unsere Kirche inzwischen von sehr vielen Menschen gesehen wird. Sie wird als ausgrenzend, strafend und unzeitgemäß wahrgenommen. In dieser Massivität habe ich das in all den Jahren, in denen ich als Priester in dieser Kirche arbeite, nicht erfahren müssen. Neben diesem Erschrecken fürchte ich auch, dass wir viele Menschen verlieren - auch aus der Mitte unserer Gemeinde.
 
Wir stehen vor dem Pfingstfest, das eine Erinnerung an die erste Gemeinde in Jerusalem widerspiegelt. Wenn es uns doch in diesen Tagen gelingen würde, mit dem Geschenk des Geistes, wie es damals dem Petrus geschenkt wurde, „in allen“ Sprachen zu reden. Denn unsere Botschaft

ist eine Botschaft der Befreiung, des Heilens und der Auferstehung und damit eine Botschaft auch

im Heute und Jetzt.
 
Von den ersten Christen wird erzählt, sie hätten sich aus Angst hinter verschlossenen Türen versammelt. Gegen diese Angst kommt der Geist. In diesem Geist sollten wir auftreten:

Türen öffnen und den Menschen begegnen, damit wir nicht in hilflose Sprachlosigkeit verfallen.

Am Vorabend des Christ Himmelfahrttages wurden die vor der Christi Auferstehungskirche aufgehängten Regenbogenfahnen angezündet. Dieses deutliche Zeichen von Gewalt macht fassungslos. Wir weichen nicht durch einen Akt der Gewalt! Wir bitten auch für die Täter um den Geist Gottes, der auch ein Geist der Liebe und des Friedens ist.
 
Die aktuelle Lesung finden Sie hier.

Bleiben Sie wohlbehütet,

Ihr Pfarrer Fey