RUTH REBECCA FISCHER-BEGLÜCKTER            AUSSTELLUNG 10.3–14.4.2019

EINE JÜDISCHE KÜNSTLERIN ZWISCHEN ZWEI WELTEN

 Öffnungszeiten zu den Gottesdiensten und Di – So 14.00 – 17.00 Uhr


Ruth Fischer-Beglückter wurde am 6. November 1927 in Köln geboren. Sie besuchte zunächst die jüdische Volksschule Lützowstraße und anschließend das gegenüber gelegene jüdische Reformgymnasium Jawne. Knapp ein Jahr nach dem Pogrom vom 9. November 1938 gelang es ihrer alleinerziehenden Mutter mit ihr und ihren Geschwistern nach Chile zu fliehen.

In Chile mussten die drei Kinder neben der Schule arbeiten, um ihren Lebensunterhalt mit zu bestreiten. Später studierte Ruth Fischer-Beglückter Philosophie und Psychologie an der Universität in Santiago de Chile. 1948 meldete sie sich während des Studiums für den Krieg in Palästina, wo sie in der Palmach, einer jüdischen paramilitärischen Einrichtung, ihren ersten Mann Enrique Rothschild kennenlernte und im November heiratete. Keine zwei Monate später fiel er an der Front in der Wüste Negev, woraufhin Ruth Fischer nach Chile zurückkehrte.

1952 bekam sie eine Tochter von ihrem zweiten Mann und schloss 1970 alleinerziehend ihr Studium als Diplom-psychologin und Künstlerin ab. 1981 kehrte sie der Diktatur von Augusto Pinochet den Rücken und siedelte sich 1982 wieder in ihre Geburtsstadt Köln an. Hier lebte und arbeitete sie bis 2017 in Rodenkirchen und stellte u.a. in der Kölner Artothek aus, bevor sie zu ihrer Tochter nach Spanien zog. Das Werk von Ruth Fischer-Beglückter gilt als zentrale Position für die Kunst der Nachkriegsmoderne im Spannungsfeld zwischen Europa und Südamerika. Ihr umfangreiches Oeuvre an Gemälden zeichnet sich durch kräftige Farben und großformatige Werke aus, die in ihrer Abstraktion eine expressive Wirkung entfalten.

Die Werke spiegeln sowohl die Naturerfahrung der Künstlerin, als auch Begegnungen im Alltag und erlebten Ereignisse – wie der Pogromnacht - wieder. Darüber hinaus bezieht sie sich auf literarische Quellen,

wie alttestamentarische Psalmen und Musikerlebnisse. Bei signifikanten Einzelwerken und Werkzyklen kommt diese intensive Auseinandersetzung deutlich zum Tragen, die sie zu einer herausragenden künstlerischen Person nach den Erlebnissen des Krieges und der Emigration macht.


Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln 12/19 vom 22.03.


Pressespiegel BU KRS 09.03. 


Pressespiegel KSTA 14.03.


B E G L E I T E N D E S   P R O G R A M M   Z U R   A U S S T E L L U N G


G I T A R R E N K O N Z E R T   M I T   L U C I A N   P L E S S N E R

Lucian Plessner brachte sich das Gitarrenspiel selbst bei und gab im Alter von fünfzehn Jahren seinen ersten Soloabend. Nach seinem Studium an den Musikhochschulen Köln und Aachen lebte er fünf Jahre im andalusischen Córdoba. Dort wurde er als erster ausländischer Gitarrist von einer spanischen Konzertagentur für eine Solotournee durch das ganze Land engagiert.

Leonard Bernsteins wurde auf ihn aufmerksam und beauftragte in an, seine Musik für die Konzertgitarre zu bearbeiten. Mit diesem Programm gab Lucian Plessner Konzerte von San Francisco bis nach Moskau, gastierte in Häusern wie der Musikhalle Hamburg, dem Konzerthaus Wien, der Harvard University, in Spanien, Israel und Italien, in New York, Buenos Aires und Hong Kong. 

Neben seinen Solokonzerten gastiert Lucian Plessner als Solist mit Orchestern; so führte er im Oktober 2018 mit dem Indianapolis Chamber Orchestra die Weltpremiere seiner Suite from West Side Story für Gitarre and Orchester zum 100. Bernstein Jubiläum auf. Mehrere Komponisten haben explizit für Lucian Plessner Werke für Sologitarre, oder Gitarre mit Orchester geschrieben.

Besondere Aufmerksamkeit widmet er seinen literarisch-musikalischen Programmen mit Klaus Maria Brandauer und Katja Ebstein, dazu gibt er eigene Lesungen zum Beispiel mit den von ihm entdeckten und herausgegebenen Erzählungen des Komponisten Sergej Prokofjew - Der wandernde Turm - u.a. mit dem Beethoven Orchester Bonn.

Für die Fischer Beglückter Ausstellung gestaltet der weltbekannte Gitarrist Lucian Plessner ein hochkarätiges Konzertprogramm mit Werken von Rossi, Akiva, Bernstein, Urquhart u.a. Diese Stücke spiegeln die Interessen, Neigungen und Vorlieben der Künstlerin wieder, gemäß ihrer Persönlichkeit und ihren Werten, so wie Plessner sie in vielen persönlichen Begegnungen erlebt hat. Eine musikalische Form, die die Seele und Anliegen der Künstlerin wiederspiegelt

Eintritt : je Konzert 15 € (10 € ermäßigt)
Kartenvorverkauf  Pfarrbüro St. Pankratius, Weidenpesch 23, 50858 Köln oder
  Buchhandlung Klinski, Aachener Str. 529, 50933 Köln
Kartenreservierungen Pfarrbüro St. Pankratius, Tel. 0221-474468-0
  oder per email an kultur@sanktpankratius.koeln