V O R W O R T   zum 2. Advent

 

Liebe Gemeindemitglieder,

 

als aufmerksamer Zeitungsleser komme ich in den letzten Tagen aus dem Staunen nicht heraus.

Da liest man über die in Brüssel für EU-Mitarbeiter angedachte Vermeidung der Begriffe wie „Maria“,

„Josef“ und „Weihnachten“. Dann lese ich über die Entwicklung in unserem Land. Es sei jetzt der 

Zeitpunkt erreicht, an dem sich nur noch die Hälfte der Bevölkerung zu einem christlichen Bekenntnis 

durchringe. Gemixt wird dies mit Berichten über Missbrauch, Kirchenaustritten und mancher 

Kritik an den pastoralen Plänen der Kirchen.

 

So stellen sich schließlich die Fragen: Wie feiern wir in diesem Jahr überhaupt noch Weihnachten– 

einschließlich eventueller Corona-Auflagen? Und was feiern wir dann überhaupt?

Dem aufgezeigten Trend folgend feiern wir eine Patchworkfamilie, die durch staatliche Zwangsmaß-

nahmen in soziale Not geraten ist. Und dies feiern wir auch nur mit der Hälfte unserer Familien und, 

vermutlich durch Corona-Auflagen nochmal begrenzt, fast alleine.

 

Oder vielleicht ist es doch das wirkliche Weihnachten im Sinne des Evangeliums und des Wortes an 

die Hirten: „Fürchtet euch nicht!“. Denn tatsächlich beginnt Weihnachten immer mit der 

„erstaunlichen Botschaft“, dass Gott bei uns bleibt und für uns ist.

 

Und das wünsche ich uns zum zweiten Advent, dass wir wie die Hirten das Staunen lernen über einen 

Gott, der keine Pressemitteilung ist und keine soziologische Aufarbeitung, sondern der lebendig bei uns 

sein wollende Gott.

 

Bleiben Sie wohl behütet.

 

Ihr Pfarrer Fey

 

Zum 2. Video "Türen im Advent"